Schwierige Mitarbeitergespräche mit dem 5-Schritte-Feedback-Tool

Schwierige Mitarbeitergespräche-

Mit dem 6-Schritte-Feedback-Tool meistern.
Als Praxisinhaberin kennen Sie die Situation: Ein Mitarbeiter kommt wiederholt zu spät, eine TFA kommuniziert unfreundlich mit Kunden oder eine Kollegin hält sich nicht an Hygienevorschriften. Sie wissen, dass Sie das Gespräch suchen müssen – und zögern es doch hinaus. Verständlich, denn kritische Gespräche gehören zu den anspruchsvollsten Führungsaufgaben in der Tierarztpraxis.
Dabei ist konstruktives Feedback ein Schlüssel für ein motiviertes, leistungsstarkes Team. Mit dem richtigen Werkzeug wird aus einem unangenehmen Pflichtgespräch eine Chance für echte Entwicklung – sowohl für Ihre Mitarbeiter als auch für Ihre Praxis.

Warum scheuen wir schwierige Gespräche?


In meiner langjährigen Erfahrung als Praxisinhaberin und Coach habe ich festgestellt: Viele Tierärztinnen und Tierärzte sind hervorragende Mediziner, aber beim Thema Mitarbeiterführung oft auf unsicherem Terrain. Die Gründe sind vielschichtig:

Angst vor emotionalen Reaktionen
Sorge, Mitarbeiter in Zeiten des Fachkräftemangels zu verlieren
Unsicherheit über die richtige Gesprächsführung
Zeitmangel im hektischen Praxisalltag

Die gute Nachricht: Feedback-Gespräche lassen sich lernen! Mit dem 5-Schritte-Feedback-Tool erhalten Sie eine strukturierte, leicht anwendbare Methode, die auch in der zeitlich angespannten Praxisrealität funktioniert

 

 

Das 6-Schritte-Feedback-Tool für die Tierarztpraxis

Diese bewährte Methode macht schwierige gespäche leichter. Sie kombiniert klare Struktur mit wertschätzender Kommunikation – ideal für den Praxisalltag.

 

Klar & fair Feedback geben – in 6 ruhigen Schritten

  • Einladen und positiv starten: „Hast du kurz Zeit für ein Gespräch unter vier Augen? Ich schätze an dir, wie sorgfältig du mit den Tieren umgehst."
  • Konkretes Verhalten benennen: „Heute warst du 15 Minuten zu spät zur OP-Vorbereitung."
  • Ich-Botschaft & Wunsch äußern: „Das bringt mich in Stress, weil die Abläufe eng getaktet sind. Ich wünsche mir, dass du spätestens 10 Minuten vorher da bist."
  • Rechtfertigung hören & Verständnis zeigen: „Okay, du hattest einen Notfall und konntest nicht früher los – das kann ich nachvollziehen."
  • Dann der magische Satz: „Wie kannst du trotzdem sicherstellen, dass du in Zukunft pünktlich bist?"
  • Lösungsansätze loben & positiv abschließen: „Klasse Idee mit dem Wecker früher stellen. Ich bin sicher, das klappt! Danke dir fürs Mitdenken."

Der effektive Weg zu konstruktivem Feedback in der Tierarztpraxis


Diese bewährte Methode macht schwierige Gespräche leichter. Sie kombiniert klare Struktur mit wertschätzender Kommunikation – ideal für den Praxisalltag. Aus systemischer Perspektive berücksichtigt sie, dass jedes Teammitglied Teil eines größeren Ganzen ist und Veränderung nur gemeinsam gelingen kann.

Schritt 1: Einen sicheren Rahmen schaffen und positiver Einstieg

Unter vier Augen: Feedback immer in einem geschützten Raum geben – nie vor anderen Teammitgliedern oder gar Kunden : Fragen Sie, ob ein kurzes Gespräch jetzt möglich ist: "Hast du kurz Zeit für ein Gespräch unter vier Augen?"

Positiver Einstieg: Starten Sie mit einer wertschätzenden Aussage zur Person, die authentisch ist: "Deine sorgfältige Arbeit bei OPs schätze ich sehr."

 

Schritt 2: Konkretes Verhalten beschreiben

Fakten statt Bewertungen: "Mir ist aufgefallen, dass du in dieser Woche dreimal mehr als 15 Minuten zu spät gekommen bist" statt "Du bist immer unpünktlich."
Einzelfall vs. Muster: Unterscheiden Sie zwischen einmaligem Vorfall und wiederkehrendem Verhalten
Zeitnah ansprechen: Je kürzer die Zeitspanne zwischen Vorfall und Feedback, desto besser


Schritt 3: Wirkung erklären und Wunsch formulieren

Ich-Botschaften verwenden: "Ich bin besorgt, weil..." statt "Du machst immer..."
Konkrete Folgen aufzeigen: "Wenn die Blutproben nicht korrekt beschriftet werden, entstehen uns Laborkosten und dem Patienten verzögert sich die Behandlung."
Systemische Perspektive: Zeigen Sie die Wirkung auf das Team, die Praxis und die Patienten auf


Schritt 4: Perspektivwechsel ermöglichen

Wunsch äußern: Formulieren Sie klar, welches Verhalten Sie sich wünschen: "Ich möchte, dass alle Laborproben nach dem vereinbarten Schema beschriftet werden."
Bei Rechtfertigungen: Zeigen Sie Verständnis, bleiben aber beim Thema: "Ich verstehe, dass es manchmal hektisch werden kann. "
Aktiv zuhören: Lassen Sie Ihr Gegenüber ausreden und zeigen Sie, dass Sie die Perspektive verstehen.

Schritt 5: Den magischen Satz platzieren

Verantwortung übertragen: "Wie kannst du trotzdem sicherstellen, dass du die Proben korrekt beschriftest?"
Lösungsfokus aktivieren: Mit dieser Frage aktivieren Sie das Problemlösungspotential Ihres Gegenübers
Eigeninitiative fördern: Die Lösung kommt vom Mitarbeiter selbst – das erhöht die Umsetzungswahrscheinlichkeit erheblich

Dieser Satz ist der entscheidende Wendepunkt des Gesprächs – er übergibt die Verantwortung für die Lösung an den Mitarbeiter und aktiviert dessen Problemlösungskompetenz.

 

Schritt 6: Konstruktiv abschließen und vereinbaren


Ein konstruktiver Abschluss stärkt die Arbeitsbeziehung: Lösungsvorschläge wertschätzen: "Das ist ein guter Ansatz. Ich bin zuversichtlich, dass das funktionieren wird." Konkrete Vereinbarungen treffen: Legen Sie fest, wie und wann Sie überprüfen, ob die Veränderung gelingt

Auf Positives hinweisen: "Ich schätze sehr, dass wir so offen darüber sprechen konnten."

Die systemische Kraft des Feedback-Werkzeugs

Das Besondere an diesem Tool ist seine systemische Wirkung: Es behandelt nicht nur das isolierte Problem, sondern berücksichtigt die Wechselwirkungen im Team. Ein wertschätzendes Feedback-Gespräch mit einem Mitarbeiter strahlt indirekt auf das gesamte Team aus:

Es setzt Maßstäbe für das erwartete Verhalten
Es demonstriert Ihren Führungsstil
Es zeigt, dass Sie Probleme wahrnehmen und ansprechen

Praxisbeispiel: 

In einer Kleintierklinik mit 8 Mitarbeitern bemerkte die Inhaberin zunehmend unfreundliche Kommunikation am Telefon. Statt das gesamte Team zu kritisieren, führte sie mit der hauptverantwortlichen TFA ein strukturiertes Feedback-Gespräch. Die positive Veränderung bei dieser Mitarbeiterin wirkte als Vorbild – innerhalb weniger Wochen verbesserte sich die Kommunikationskultur im gesamten Team spürbar.

Typische Herausforderungen und ihre Lösungen
Emotionale Reaktionen

Manche Mitarbeiter reagieren emotional auf Feedback – mit Tränen, Wut oder Rückzug.
Lösung: Bleiben Sie ruhig und geben Sie Raum für die Emotionen. Sagen Sie beispielsweise: "Ich sehe, dass dich das bewegt. Möchtest du einen Moment Pause?" Kehren Sie danach zum strukturierten Gespräch zurück.

Die 3 wichtigsten Learnings

Start small

Beginnen Sie mit kleinen, Rückmeldungen

Trust the process

Geben Sie sich und dem Team Zeit zum Lernen

Celebrate success

Würdigen Sie jeden Fortschritt

Fazit: Feedback als Praxiskapital

Gutes Feedback ist eine Investition in die Zukunft Ihrer Praxis. Mit dem 5-Schritte-Tool haben Sie ein praxiserprobtes System an der Hand, um selbst herausfordernde Gespräche konstruktiv zu gestalten. Die Methode kombiniert Klarheit mit Wertschätzung und fördert eigenverantwortliches Handeln im Team.

Der systemische Ansatz berücksichtigt dabei, dass Ihre Praxis ein lebendiges System ist, in dem alles miteinander zusammenhängt. Ein einzelnes gut geführtes Feedback-Gespräch kann positive Wellen schlagen, die Ihre gesamte Praxiskultur bereichern.

Denn eines ist sicher: Praxiserfolg ist Teamwork – und gutes Feedback ist der Schlüssel zu einem starken Team.